Energieeffizienzklasse selbst ermitteln

Sie möchten eine Immobilienanzeige aufgeben und werden nach der Energieeffizienzklasse gefragt und finden diesen Wert nicht auf Ihren Energieausweis ?

Ältere Energieausweise enthalten noch keine Angaben zur Energieeffizienzklasse. Innerhalbe der 10 Jahres Frist sind die Energieausweise aber nach wie vor gültig.

Die Energieeffizienzklasse kann einfach selbst ermittelt werden.

Man benötigt aus dem Energieausweis den ermittelten Endenergieberf. Die Energieeffizienzklasse ergibt sich dann aus nachfolgender Tabelle:

Endenergiebedarf oder

Endenergieverbrauch in

kWh/(m²a)

Energieeffizienzklasse A+

   <   30

Energieeffizienzklasse A

   <   50

Energieeffizienzklasse B

   <   75

Energieeffizienzklasse C

   < 100

Energieeffizienzklasse D

   < 130

Energieeffizienzklasse E

   < 160

Energieeffizienzklasse F

   < 200

Energieeffizienzklasse G

   < 250

Energieeffizienzklasse H

   > 250

 

Pflichtangaben in Immobilienanzeigen

Gemäß Energieeinsparverordnung müssen Immobilienanzeigen nachfolgende Angaben enthalten. Fehlen diese Angaben, liegt eine Ordnungswidrigkeit vor.

Wohngebäude:                    

  • Arte des Energieausweises (Energiebedarfs- oder  Energieverbrauchsausweis)
  • Der Wert des Endenergiebedarfs oder Endenergieverbrauch gemäß Energieausweis
  • Art des wesentlichen Energieträgers für die Heizung (Öl, Gas, Holz …)
  • Baujahr
  • Energieeffizienzklasse gemäß Energieausweis

Nichwohngebäude

  • Arte des Energieausweises (Energiebedarfs- oder Energieverbrauchsausweis)
  • Der Wert des Endenergiebedarfs oder Endenergieverbrauch für Wärme und Strom gemäß Energieausweis
  • Art des wesentlichen Energieträgers für die Heizung (Öl, Gas, Holz …)

 


Berücksichtigung von PV-Anlagen im EnEV Nachweis.

Für Neubauvorhaben ab 01.01.2016 gelten die verschärften Anforderungen nach EnEV. Dies kann dazu führen, dass bisher übliche Ausführungen mit Gas-Brennwert, Solarer Warmwasserunterstützung und guten Dämmstandard nicht mehr ausreichend sind, die Anforderungen nach EnEV für Neubauvorhaben zu erfüllen.

Der Einsatz von Photovoltaikanlagen kann hier Abhilfe schaffen. Jedoch müssen folgende Punkte beachtet werden, damit die PV-Anlage überhaupt im EnEV Nachweis angesetzt werden darf: 

  • Die PV-Anlage muss in unmittelbaren räumlichen Zusammenhang zum Gebäude stehen, also idealerweise auf einer Dachfläche installiert sein. 
  •  Der erzeugte Strom muss selbst genutzt werden. Dies kann direkt nach der Erzeugung oder nach vorübergehender Speicherung erfolgen. 
  • Der überschüssige erzeugte Strom (aber nur dieser) wird ins Netz eingespeist

Für die Nachweisführung darf nur eine maximale Strommenge berücksichtigt werden, die dem errechneten Strombedarf für das betreffende Gebäude unter Berücksichtigung der geplanten Nutzung entspricht.

Aushangpflicht für Energieausweis

Gemäß der aktuellen Energieeinsparverordnung  EnEV 2014 ist es für nachfolgende Gebäude Pflicht, einen Energieausweis an einer gut sichtbaren Stelle auszuhängen:

  • Gebäude mit mehr als 250m² Nutzfläche bei rein behördlicher Nutzung mit großen Publikumsverkehr
  • Gebäude mit mehr als 500² Nutzfläche bei nicht behördlicher Nutzung mit starken Publikumsverkehr, aber nur, sofern ein Energieausweis existiert.

Die Aushangpflicht betrifft den Nutzer bzw. bei Eigennutzung den Gebäudeeigentümer.  In beiden Fällen muss die Erstellung des Energieausweises vom Eigentümer veranlasst werden.

Wie geht es weiter ?

Bereits im nächsten Jahr soll die nächste Energieeinsparverordnung EnEV2017 veröffentlicht werden. Ziel soll es sein, dass ab 2021 nur noch Niedrigstenergiegebäude errichtet werden dürfen. Für öffentliche Gebäude soll dies bereits ab 2019 gelten. 

Neuerungen bei der KfW ab 01.04.2016 beim Programm 153 – Energieeffizient Bauen

Zusammenfassung der Änderungen

·         Wegfall der Förderung für das Effizienhaus 70

·         Einführung des Standards Effizienhaus 40 Plus

·         Einführung eines vereinfachten Nachweisverfahrens für das Effizienzhaus 55

·         Der Förderhöchstbetrag wird von 50.000 € pro Wohneinheit auf 100.000 € angehoben

·         20-Jährige Zinsbindungen möglich

Wegfall der Förderung für das Effizienhaus70

Da die Neubauanforderungen ohnehin in der EnEV verschärft wurden entfällt die Förderung für das Effizienzhaus 70.

Einführung des Standards Effizienhaus 40 Plus

Das KfW Effizienhaus 40 Plus muss die Anforderungen des Effizienhauses 40 erfüllen (Primärenergiebedarfs max. 40% vom Referenzgebäude und  Transmissionswärmeverlust max. 55%  vom Referenzgebäude). Zusätzlich muss das Gebäude ein Paket zur Stromerzeugung aus regenerativen Energien inkl. Visualisierung und Batteriespeicherung besitzen. Zusätzlich ist eine Lüftungsanlage mit Wämerückgewinnung erforderlich.

Einführung eines vereinfachten Nachweisverfahrens für das Effizienzhaus 55

Ein Nachweis für das Effizienzhaus 55 kann jetzt vereinfacht durch die Einhaltung von Referenzwerten anstelle der Berechnung der Gesamtenergiebilanz erfolgen. Es müssen  zum einen Referenzwerte bei der Gebäudehülle eingehalten werden (z. B. Wände U < 0,20 W/m²K, Fenster  UW 0,90 W/m²K). Zusätzlich muss ein vorgegebenes Anlagenkonzept umgesetzt werden. Dabei stehen sechs Konzepte zur Auswahl.

EnEV aktuell

Die derzeit gültige Energieeinsparverordnung ist nach wie vor die EnEV 2014. Darin sind aber bereits erhöhte Anforderungen für Neubauvorhaben ab dem 01. Januar 2016 geregelt.

Für Wohngebäude bedeutet dies, dass der zulässige Primärenergiebedarf um 25% sinkt ! Dies hat vor allem Auswirkungen auf Neubauvorhaben, welche ausschließlich auf Gas oder Öl als Brennstoff setzen. Wer hingegen eine Pelletheizung einbaut, hält die höheren Anforderungen ohne Probleme ein. Auch bei einem Anschluss an das Rosenheimer Fernwärmenetz mit einem zertifizierten Primärenergiefaktor von 0,0 ergeben sich keine Auswirkungen durch die erhöhten Anforderungen.

Zusätzlich zu den erhöhten Anforderungen an die Primärenergie erhöhen sich die Anforderungen an die Gebäudehülle. Während sich bisher der zulässige Transmissionswärmeverlust ausschließlich aus der EnEV, Anlage 1, Tabelle 2 ergab, muss jetzt auch der errechnete Transmissionswärmeverlust des Referenzgebäudes erreicht oder unterschritten werden.

Maßgebend ist bei genehmigungspflichtigen Bauvorhaben das Datum, wann der Bauantrag eingereicht wurde. Bei genehmigungsfreien Bauvorhaben zählt der Baubeginn.

Nachrüstverpflichtungen nach EnEV 2014

Heizkessel

Gemäß EnEV2014 dürfen Heizkessel, bis Einbaujahr 1985, die mit flüssigen (auch bei gasförmigen) Brennstoffen beschickt werden, ab 2015 nicht mehr betrieben werden.

Folgende Ausnahmen genießen allerdings Bestandsschutz: -Niedertemperatur-Heizkessel -Brennwertkessel -Nennleistung unter 4 kW und über 400 kW  -Spezielle Heizkessel, die als EnEV-Ausnahme gelten:

• Heizkessel für besondere Brennstoffe, deren Eigenschaften erheblich von den marktüblichen flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen abweichen Anlagen, die nur Warmwasser zubereiten

• Küchenherde

• Heizgeräte, die hauptsächlich für einen Raum ausgelegt sind und die auch Warmwasser für die Zentralheizung oder für sonstige Gebrauchszwecke liefern Leitungen müssen gedämmt werden:

Gebäudeeigentümer müssen ungedämmte, zugängliche Leitungen für Heizwärme und Warmwasser von Heizungsanlagen dämmen, wenn die Leitungen in unbeheizten Räumen verlaufen. Armaturen dämmen: Gebäudeeigentümer müssen ungedämmte, zugängliche Armaturen für Heizwärme und Warmwasser von Heizungsanlagen dämmen, wenn sich die Armaturen in unbeheizten Räumen befinden.

Dämmung der obersten Geschoßdecke

Nach EnEV 2014 muss bis spätestens Ende 2015 die oberste Geschossdecke gedämmt werden, Alternativ kann das über der obersten Geschossdecke darüber liegende Dach gedämmt werden. Der U-Wert des fertig gedämmten Daches darf höchsten 0,24(m².K) betragen. Das Dach des zu bewertenden Bestandsgebäudes beträgt 0,33(m².K). Ausnahmeregeln für kleine Wohnhäuser: • das Wohnhaus umfasst höchstens zwei Wohnungen (zutreffend) •

Am 1. Februar 2002 bewohnte der Eigentümer eine der Wohnungen im Haus (wann war Eigentümerwechsel? selbst bewohnt?) Nur in diesen Ausnahmefällen greifen die Sanierungspflichten für die Heizung, Leitungen, Armaturen und oberste Geschossdecken ggf. nur, wenn ein Eigentümerwechsel bereits stattgefunden hat oder künftig stattfindet. Der neue Eigentümer muss erst innerhalb von zwei Jahren -ab dem Tag des ersten Eigentumsübergangs -alle oben beschriebenen Sanierungsplichten erfüllen.

Diese zweijährige Schonfrist gilt auch bei Eigentumswechsel durch eine Erbschaft. - Ausnahmen aufgrund Wirtschaftlichkeit. Die Pflicht, die alte Heizung zu erneuern ist unumgänglich.

Gebot der Wirtschaftlichkeit

Für die restlichen Nachrüstplichten (Leitungen, Armaturen und oberste Geschossdecke oder alternativ Dach dämmen -nach dem Zeitrahmen der EnEV) dürfen sich die betroffenen Eigentümer auf das Gebot der Wirtschaftlichkeit berufen: Wenn sie die notwendigen Investitionen nicht innerhalb einer angemessenen Frist durch Einsparungen infolge der Sanierung erwirtschaften können, erlässt die EnEV die Nachrüstpflichten)